Von Oslo nach Bergen mit dem Campervan – eine Rundreise mit zwei verschiedenen Routen

Aurlandsfjord vom Aussichtspunkt Stegastein
Foto: Davide Mauro / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Von Oslo nach Bergen ist eine der großen klassischen Fahrstrecken Norwegens. Aber warum dieselbe Straße zurück nehmen? Mit zwei verschiedenen Routen siehst du doppelt so viel – ohne auch nur einen Kilometer zweimal zu fahren. Die eine Route verläuft durch Valdres, vorbei an Tyin und hinab zum Sognefjord und nach Flåm. Die andere überquert die Hardangervidda, führt vorbei am Vøringsfossen und durch Hardanger. Zusammen ergeben sie eine Rundreise von rund 990 km durch einige der schönsten Landschaften, die Norwegen zu bieten hat.
Wie die Rundreise funktioniert
Das Konzept ist simpel: Fahre eine Route nach Bergen und eine völlig andere zurück. Beide Etappen dauern etwa 7–8 Stunden reine Fahrzeit. Die Rundreise ist in einer Woche machbar, wenn du zügig unterwegs bist, aber zehn Tage geben dir genug Zeit für Wanderungen, Fjorderlebnisse und ungestörte Tage unterwegs.
Mit dem Campervan ist es meist am besten, Raum für Improvisation zu lassen und einen zu straffen Zeitplan zu vermeiden.

Tyin – ein Bergsee 1.084 m über dem Meeresspiegel
Foto: Carsten Steger / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Route 1: Oslo → Bergen über Valdres und Flåm (~530 km)
Durch das Inland Südnorwegens, über die Berge und hinab zum Sognefjord. Die Landschaft verändert sich unterwegs dramatisch.
- Fagernes – Der Hauptort in Valdres und ein natürlicher Ort zum Tanken und Beine vertreten.
- Tyin – Ein Bergsee auf 1.084 m. Nimm die Straße Tyin–Årdal (Rv53) bergab – steile Serpentinen, wilde Natur und eine der dramatischsten Bergstraßen Norwegens.
- Årdal – Tor zum Sognefjord. Wenn du Zeit hast, mach einen Abstecher zum Vettisfossen – Norwegens höchstem frei fallendem Wasserfall (275 m). Von hier geht es weiter nach Lærdal.
- Lærdal – Alte Holzhäuser und eine friedliche Atmosphäre. Danach durch den Lærdalstunnel (den längsten Straßentunnel der Welt, 24,5 km) nach Aurland.
- Flåm und Aurland – Berühmt für die Flåmsbahn, aber genauso gut als Basis zum Kajakfahren auf dem Fjord. Verpasse nicht den Aussichtspunkt Stegastein – einer der besten Ausblicke des Landes.
- Gudvangen und Nærøydalen – UNESCO-geschützte Fjordlandschaft. Die Straße durch das Tal ist eng, steil und spektakulär.
- Voss – Outdoor-Hauptstadt mit Rafting, Bergwanderungen und guter Gastronomieszene. Ein toller Zwischenstopp für die Nacht.
- Bergen – Bryggen, Fløibanen und der Fischmarkt. Plane mindestens einen ganzen Tag hier ein.

Gudvangen am Nærøyfjord
Foto: Edmundo Sáez / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Route 2: Bergen → Oslo über Hardanger und Hardangervidda (~460 km)
Zurück geht es durch eine völlig andere Landschaft: Obstblüte entlang des Fjords, Norwegens berühmtester Wasserfall und Europas größte Hochebene.
- Norheimsund – Ein ruhiges Dorf am Hardangerfjord. Ein schöner Stopp fürs Mittagessen.
- Steindalsfossen – Ein Wasserfall, hinter dem du laufen kannst. Kostenlos und direkt an der Straße.
- Eidfjord – Ein kleines Dorf am Ende des Hardangerfjords und das Tor zum Vøringsfossen.
- Vøringsfossen – Vielleicht Norwegens berühmtester Wasserfall, seit Jahrhunderten eine Touristenattraktion. Ein freier Fall von 182 Metern und eine spektakuläre Aussichtsbrücke über das Måbødalen-Tal.
- Hardangervidda – Europas größte Hochebene. Offen, still und wild. Die Fahrt darüber (Rv7) ist ein Erlebnis für sich, mit kurzen Wandermöglichkeiten direkt vom Straßenrand. Hier gibt es auch viele Möglichkeiten zum freien Stehen mit atemberaubenden Ausblicken über das Hochland.
- Geilo – Bergdorf auf halbem Weg zwischen Oslo und Bergen. Eine gute Basis zum Wandern und Radfahren.
- Gol – Stabkirche und der letzte Bergstopp, bevor sich das Hallingdal zum Flachland hin öffnet.

Steindalsfossen – ein Wasserfall, hinter dem man spazieren gehen kann
Foto: Jeblad / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Übernachtungen unterwegs
Beide Routen bieten gute Möglichkeiten zur Übernachtung, sowohl auf Campingplätzen als auch beim freien Stehen.
- Route 1: Campingplätze in Fagernes, Lærdal, Flåm und Voss. Auch in Aurland und Gudvangen gibt es Plätze.
- Route 2: Campingplätze in Eidfjord, auf der Hardangervidda und in Geilo.
- Freies Stehen ist mit dem Campervan in Norwegen erlaubt, solange du legal parkst und Abstand zu Häusern hältst.

Vøringsfossen mit 182 Metern freiem Fall
Foto: Holger Uwe Schmitt / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Praktische Tipps
Wissenswertes vor der Abfahrt:
- Strecke: Ca. 990 km Rundreise ohne Abstecher.
- Dauer: 7–8 Stunden reine Fahrzeit pro Weg. In einer Woche machbar, zehn Tage geben aber gut Zeit für Stopps.
- Kraftstoff: In Fagernes, Lærdal, Voss, Eidfjord und Geilo tanken – in den Bergen sind Tankstellen spärlich.
- Saison: Die Straße Tyin–Årdal (Rv53) und das Aurlandsfjellet können im Winter gesperrt sein. Prüfe den Status auf vegvesen.no. Beste Reisezeit ist Juni–September.
- Fähren: Die gesamte Strecke ist fährenfrei.
- Mautgebühren: Auf beiden Routen gibt es einige Mautstationen. Ein AutoPASS-Chip gewährt dir einen Rabatt.
Bereit für die Rundreise?
Fjorde, Wasserfälle, Hochebenen und charmante kleine Städte – alles auf unter 1.000 km. Oslo–Bergen–Oslo mit zwei verschiedenen Routen ist eine der schönsten Rundreisen, die du mit dem Campervan in Norwegen machen kannst.
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